Über drei Jahre untersuchten Forschende gemeinsam mit internationalen Industrie- und Wissenschaftspartnern, wie sich schwierige Wetterbedingungen auf automatisierte Fahr- und Sicherheitsfunktionen auswirken. Ziel war es, Grundlagen und Richtlinien für künftige Fahrzeugtests zu entwickeln, damit Fahrzeuge auch bei eingeschränkter Sicht oder geringer Straßenhaftung zuverlässiger und sicherer werden.
„Widrige Wetterbedingungen gehören zu den größten Herausforderungen für automatisierte Fahrfunktionen. Die Ergebnisse aus 'WeatherSafe' liefern konkrete Vorschläge für künftige Standards. Wenn solche Kriterien in Bewertungs- und Testverfahren einfließen, entsteht für Hersteller ein klarer Anreiz, ihre Systeme entsprechend robuster auszulegen und damit die Sicherheit im realen Straßenverkehr merkbar zu erhöhen“, erklärt Professor Thomas Brandmeier, wissenschaftlicher Leiter von CARISSMA-ISAFE.
Grundlage der Untersuchungen waren tiefgehende Analysen von realen Unfall- und Wetterdatenbanken. Im Fokus standen dabei unter anderem Situationen mit Starkregen, Blendung durch tief stehende Sonne und glatten Fahrbahnoberflächen. Daraus leiteten die Beteiligten repräsentative Testszenarien ab, die künftig die Basis für Risikoanalysen und Fahrzeugtests dienen sollen. Das Projekt untersuchte auch den Einfluss widriger Wetterbedingungen auf moderne Umfeldsensorsysteme.
Von virtuellen Simulationen über neuartige Testmethoden in Indoor-Wetterkammern bis hin zur Erprobung auf Teststrecken untersuchte das Konsortium zahlreiche Möglichkeiten, Fahrzeuge gezielt und reproduzierbar definierten Umgebungsbedingungen auszusetzen. Dabei organisierte CARISSMA-ISAFE auch einen Workshop an der THI mit konkreten Tests in der Indoor-Wetterhalle des Forschungszentrums.
Zum Abschluss des Projekts erarbeiteten die Beteiligten fünf Leitlinien, wie die Bewertung moderner Fahrsysteme unter widrigen Wetterbedingungen in Zukunft erprobt und validiert werden kann. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in künftige Vorschriften, ISO-Normen und NCAP-Protokolle einfließen.
Geleitet wurde das industriefinanzierte Konsortium „WeatherSafe“ von UTAC und Applus+ IDIADA. Beteiligt waren unter anderem Aptiv, Carissma-ISAFE, Cerema, Denso, Messring, Michelin, Mitsubishi Heavy Industries, Nissan, RISE, Stellantis, Toyota, Université Gustave Eiffel, VUFO und weitere.
Videozusammenfassung:https://youtu.be/tyGIHBWh3NQ?si=C7J7-tHsK80irzGM













