thireks heißt das junge Deep-Tech-Unternehmen, das Dr. Brunner gemeinsam mit Florian Denk (CTO), Dr. Ronald Kates (CSO), Professor Werner Huber (CMO) und Felix Fröhling (Developer) gegründet hat. Die fünf bündeln jahrzehntelange Forschungserfahrung mit moderner Simulationstechnologie – und entwickeln ein System, das die Sicherheit im Straßenverkehr realitätsnäher bewerten kann als viele herkömmliche Modelle. Der entscheidende Unterschied: thireks bildet auch menschliche Fehler ab – Unachtsamkeit, verspätetes Reagieren, Ausweichmanöver. Also genau die Momente, in denen es kritisch wird. Brunner: „Wir wollten zeigen, was passiert, wenn der Mensch eben nicht perfekt funktioniert – und was das für die Planung bedeutet.“ Das Team fand in einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Werner Huber zusammen. Brunner promovierte parallel an der TU München bei Professor Klaus Bogenberger – und entwickelte in seiner Dissertation Methoden, um menschliches Verhalten im Straßenverkehr statistisch greifbar zu machen. Das Ganze mündete in ein simulationsgestütztes Framework, das Städte, Hersteller und Verkehrsplaner nutzen können, um Maßnahmen, Technologien oder neue Mobilitätskonzepte auf ihre Sicherheit hin zu prüfen – noch bevor sie umgesetzt werden. Gerade im Hinblick auf das automatisierte Fahren ist das ein Thema mit Wucht: Ab Automatisierungsstufe 3 haftet nicht mehr der Mensch, sondern der Hersteller. Entsprechend hoch sind die Anforderungen – und der Bedarf an verlässlichen Szenarien. Genau dort setzt thireks an. Die Simulationen lassen sich an bestehende Modelle andocken oder für spezifische Fragestellungen neu entwickeln – etwa zur Bewertung von städtischer Infrastruktur, E-Scootern oder neuen Fahrerassistenzsystemen. Unterstützt wurde das Gründungsteam vom Start-up Center der THI, das beim Businessplan, bei der Marktanalyse und beim Netzwerkaufbau half. „Das war extrem hilfreich. Wir konnten unser Angebot viel gezielter auf potenzielle Partner zuschneiden“, sagt Brunner. Dass er überhaupt gegründet hat, ist statistisch eher ungewöhnlich. Laut Student Entrepreneurship Monitor 2025 kann sich zwar jeder fünfte Studierende vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu starten. Tatsächlich tun es aber nur die wenigsten. Der Grund: fehlende Zeit, fehlendes Wissen, fehlende Vorbilder. An Hochschulen werde das Thema laut dem Report noch zu selten vermittelt – gerade einmal 17 Prozent der gründungsinteressierten Studierenden hatten Gründungsbildung in der Schule, nur 15 Prozent nennen Dozierende als Vorbild. Brunner ist jetzt eines. Nicht laut, nicht mit Tamtam – aber mit Haltung, Ausdauer und einer guten Idee zur richtigen Zeit. „Ob sich die Gründung gelohnt hat? Auf jeden Fall“, sagt er. „Es ist schon ein besonderer Moment, wenn aus einem Forschungsthema ein Produkt wird, das echten Nutzen bringt.“ Und dann schiebt er noch einen Satz hinterher, der ziemlich gut zusammenfasst, worum es eigentlich geht: „Wissenschaft in die Anwendung bringen – das motiviert uns bei thireks am meisten.“ |













