Schlechtwettertests werden Pflicht

Ab Mitte 2027 bewertet das chinesische New Car Assessment Program (C-NCAP) automatische Notbremssysteme erstmals unter künstlich erzeugtem Regen, Nebel und Dunkelheit. Mit einer modernen Indoor-Testumgebung und mehr als zehn Jahren Forschungserfahrung unterstützt das CARISSMA Institute of Safety in Future Mobility (C-ISAFE) der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) Hersteller und Zulieferer dabei, ihre Systeme frühzeitig auf die neuen Prüfanforderungen vorzubereiten.

Regen, Nebel und Dunkelheit auf Knopfdruck: Das C-ISAFE der THI schafft reproduzierbare Testbedingungen, um Fahrerassistenzsysteme auf künftige C-NCAP-Anforderungen vorzubereiten (Foto: THI).

Die Bewertung der aktiven Fahrzeugsicherheit im chinesischen New Car Assessment Program (C-NCAP) wird deutlich anspruchsvoller. Die ab Mitte 2027 geltenden Regularien sehen erstmals standardisierte Prüfungen automatischer Notbremssysteme unter widrigen Witterungsbedingungen vor. Um die Tests reproduzierbar durchführen zu können, werden Indoor-Hallen mit Regen- und Nebelanlagen eingesetzt.

Mit seiner modernen Versuchsinfrastruktur und wissenschaftlichen Expertise bietet das CARISSMA Institute of Safety in Future Mobility (C-ISAFE) der THI optimale Voraussetzungen, um Fahrzeughersteller, Tier-1-Zulieferer und Sensorhersteller frühzeitig auf diese Anforderungen vorzubereiten. Neben einer Indoor-Testumgebung mit Regen- und Nebelanlage verfügt das Institut über umfassendes Know-how zur Entwicklung robuster sensorbasierter Umfelderkennung.

„Mit den neuen C-NCAP-Regularien wird die Leistungsfähigkeit von Fahrerassistenzsystemen erstmals unter Bedingungen bewertet, die im realen Straßenverkehr besonders herausfordernd sind. Entscheidend ist, dass Sensorik und Algorithmen auch bei Regen, Nebel oder Dunkelheit zuverlässig arbeiten. Genau dafür schaffen wir reproduzierbare Testbedingungen“, sagt Professor Thomas Brandmeier, Leiter von C-ISAFE.

Die neuen C-NCAP-Protokolle definieren strenge Kriterien für den Schutz von Fußgängern und die automatische Unfallvermeidung bei widrigen Sichtverhältnissen. Bewertet werden unter anderem Auffahrsituationen auf stehende Fahrzeuge bei künstlich erzeugtem Regen mit 40 Millimetern Niederschlag pro Stunde sowie bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern. Hinzu kommen Fußgängerschutzszenarien, in denen Kollisionen bei Niederschlag und vollständiger Dunkelheit vermieden werden müssen.

In der 100 Meter langen Versuchshalle des C-ISAFE lassen sich diese Bedingungen gezielt und reproduzierbar erzeugen. Die installierten Regen- und Nebelanlagen ermöglichen Niederschläge zwischen 18 und 100 Millimetern pro Stunde sowie Sichtweiten bis zu zehn Metern. Fahrroboter, Targetmover und ein Indoor-Positionierungssystem erlauben zudem die realitätsnahe Nachstellung komplexer Fahrszenarien. So können Assistenz- und Sicherheitssysteme gezielt auf die bevorstehenden Prüfverfahren abgestimmt werden.

Ergänzend zur Testinfrastruktur bringt das Forschungsteam des C-ISAFE seine langjährige Expertise in der robusten Umfeldwahrnehmung ein. Wetterbedingte Störeinflüsse stellen Sensoren und Algorithmen vor große Herausforderungen. Das Institut unterstützt Industriepartner deshalb bei der Entwicklung und Validierung leistungsfähiger Sensorik, Algorithmen und KI-Modelle für eine zuverlässige Objekt- und Fußgängererkennung.

Seine wissenschaftliche Kompetenz brachte das C-ISAFE zuletzt auch in das Industriekonsortium „WeatherSafe“ ein. Dort arbeitete das Institut maßgeblich an Leitlinien für künftige Witterungstests mit, die Impulse für kommende NCAP-Prüfungen in Europa liefern sollen.

Ansprechpartner: Professor Thomas Brandmeier ().

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